Der Prozess

Joanna Schultes Werk ist geprägt von stetiger Transformation. Ihre Arbeiten entwickeln sich flexibel weiter, überschreiten Grenzen von Raum und Zeit und treten in immer neuen Konstellationen auf. Jedes Werk ist Teil eines fortlaufenden Prozesses im Sinne des Offenen Kunstwerkes, in dem einerseits kein endgültiger Abschluss existiert, andererseits Arbeitsergebnisse entstehen, die für sich und stellvertretend für das Kunstwerk stehen.

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JOANNA SCHULTE, Für die Liebe sterben

Der Prozess:

Joanna Schultes künstlerische Praxis ist von einem fortwährenden Recycling geprägt. Mit jeder Präsentation in der Öffentlichkeit, jeder ortsbezogenen Ausstellung offenbart sich ein veränderter Zustand – als hätte die künstlerische Arbeit in der Zwischenzeit eine verborgene Reinkarnation erfahren – einzelne Teile wurden verworfen, andere wurden erweitert und beendet, andere nicht.

Im Zentrum stehen installative Inszenierungen, die das Verhältnis zwischen kollektivem Gedächtnis, familiärer Geschichte und dem Phänomen Erinnerung aufgreifen und reflektieren. Materialästhetik, theatrale Strategien und erzählerische Elemente spielen eine zentrale Rolle. Dabei entstehen Resonanzräume, in denen sich persönliche Narrative mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden. Gemeint ist sowohl der real existierende Außen-/Naturraum als auch der Raumbegriff in seiner philosophischen Dimension und als menschlicher/seelischer Resonanzraum.

Die Verbindung analoger und digitaler Medien – darunter Skulptur, Objekt, Film/Video, Fotografie, Klang, Musik, Kinetik, Handarbeit, Ton, Zeichnung, Sprache und Text – ermöglichen Präsentationsformen, die mit den künstlerischen Inhalten korrespondieren oder ihnen bewusst widersprechen. Diese mediale Offenheit zeigt eine interdisziplinäre Ausdrucksweise, die sowohl vielschichtig als auch experimentell ist.

Ihre Arbeiten verändern sich zwischen Ausstellungen bewusst: Sie werden überarbeitet, neu kombiniert oder ergänzt. Materialien erfahren sichtbare Veränderungen, Spuren der Zeit werden integriert, Medien neu gemischt. Dieser kontinuierliche Eingriff erzeugt eine Dynamik, in der Werke in jedem neuen Kontext andere Facetten offenbaren.

Werkübersicht Person Retour/Return